"Wir müssen die Währung den unterschiedlichen Kulturen im Norden und im Süden Europas anpassen" H.O.Henkel

Hans Olaf Henkel und das „Manifest der Europäischen Solidarität“

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"Wir müssen die Währung den unterschiedlichen Kulturen im Norden und im Süden Europas anpassen" H.O.Henkel

di Alessandro Bianchi

Hans Olaf Henkel war bis 2000 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), er ist Honorarprofessor für Internationales Management an der Universität Mannheim. Autor des Buches "Die Euro-Lügner: Unsinnige Rettungspakete, vertuschte Risiken - So werden wir getäuscht"

- Sie sind einer der Unterzeichner des "Manifest der europäischen Solidarität", die für eine kontrollierte Auflösung der Eurozone fordert, mit der Austreten, insbesondere, der nördlichen wirtschaftlich stärker Länder. Es ist heute die einzige praktikable Lösung, um die EU zu retten? Und was sind die Risiken für die Länder des Kontinents in der Weiterbildung mit aktuellen Politik?
 
Ich sehe drei Alternativen, die alle mir Risiken behaftet sind. Aber alle sind immer noch besser als ein „weiter so“: Erstens, man könnte Länder, die sich im Euro nicht mehr ohne Hilfen halten können, ausscheiden lassen. Täte man das zum Beispiel für Griechenland, gingen wir das Risiko eines „Bank-Runs“ nicht nur in Athen, sondern vielleicht am nächsten Tag auch in Lissabon und Madrid ein. Zweitens, wir können alle zu unseren alten Währungen zurückkehren. Das würde das Risiko einer Renationalisierung auch in anderen Bereichen bergen, einschließlich der Beschädigung des Binnenmarktes. Unser Vorschlag, drittens, sieht den gemeinsamen Austritt von Finnland, Holland, Österreich und Deutschland und die Begründung einer zweiten Eurowährung vor. Heute ist der Euro zu schwer für den Süden, er ist zu leicht für den Norden mit der Folge, dass italienische Produkte auf dem Weltmarkt zu teuer, deutsche zu billig geworden sind. Das führt zu schwachem Wachstum und Arbeitslosigkeit zum Beispiel in Italien und zu Inflationsängsten in Deutschland. Mit dem Austritt des Nordens würde Euro abgewertet, und die italienische Industrie könnte wieder mehr exportieren, während die deutsche Industrie es entsprechend schwerer hätte zu Lasten des Südens zu exportieren. Deshalb ist unser Vorschlag auch in einem „Manifest der Europäischen Solidarität“ publiziert worden und wird besonders von Ökonomen aus dem Süden Europas unterstützt.
 
- Bei den Wahlen in Deutschland, sind Sie von der Tatsache, dass AFD hat die Schwelle von Vertretung bei der Bundestag nicht übertroffen enttäusch? Oder  glauben Sie dass 4,7% ein gutes Ergebnis für die Zukunft ist? Wie erklären Sie sich das Plebiszit des deutschen Volkes zu Angela Merkel?
 
Natürlich hätte ich lieber gesehen, dass die AfD den Sprung in Parlament schafft, denn so bleibt Deutschland das einzige Land in der E.U. in dem es keine eurokritische Partei gibt. Ein Grund dafür ist die von Kanzlerin Merkel proklamierte „Alternaitvlosigkeit“, die die meisten Deutschen ihr immer noch abnehmen.
 
- Glauben Sie wirklich, das deutsche Wirtschaftssystem - niedrige Löhne, internationale Aggressivität im Export und Preiskontrolle - das Modell ist, dass alle Länder in der Euro-Zone folgen müssen? Es gibt Änderungen in der Wirtschaftspolitik, die Sie für sein Land fordern?
 
Nein, das glaube ich überhaupt nicht. Im Gegenteil, Italien war vor dem Euro ein überaus gefährlicher Konkurrent für die deutsche Industrie. Die italienischen Abwertungen machten uns das Leben schwer. Aber in einer Einheitswährung ist eine Abwertung nicht möglich. Das italienische Modell ist gut für Italien, das deutsche Modell ist gut für Deutschland. Aber der Euro erzwingt, dass wir unsere Wirtschaftskultur den Bedürfnissen einer Währung anpassen müssen. Ich bin für den umgekehrten Weg: wir müssen die Währung den unterschiedlichen Kulturen im Norden und im Süden Europas anpassen. Deshalb bin ich für den Nord-Euro.
 
- In einer von Ihren letzten Erklärungen behaupten Sise dass die Euro-Retter die Grundlagen der Demokratie auf dem Kontinent untergraben. Beziehten Sie sich auf den Gründung der EMS, der Stabilitätspakt und die Two Packs?
 
Die im Maastricht-Vertrag vorgesehene ”No-Bail-Out-Klausel“ wurde rechtswidrig gebrochen. Ist das demokratisch? In der Europäischen Zentral Bank (EZB) hat Malta das gleiche Stimmengewicht wie Italien. Ist das demokratisch? Der EMS kann jetzt z.B. eine Bank in Frankreich retten, ohne dass das deutsche Parlament gefragt wird. Dabei müssen die deutschen Steuerzahler mit 27% der Einlagen beim ESM haften. Ist das demokratisch? Vor der Eurokrise war Deutschland das beliebteste Land bei den Griechen, heute sind wir dort die am meisten verhassten. Ist das gut für die Demokratie?
 
- Die Wahlen zum Europäischen Parlament im nächsten Jahr wird ein Test für alle Parteien und Bewegungen, die die aktuelle europäische System in Frage stellen. Sie sind eigentlich sehr verschieden voneinander: SYRIZA in Griechenland, Afd in Deutschland, die UKIP von Nigel Farage in England und die Bewegung Fünf-Sterne in Italien. Werden sie laut Ihre Meinung, einen Weg zu gemeinsamen Lösungen im Europäischen Parlament bieten zu finden und damit zu verhindern, dass die rechtsextremen Parteien als einzige Alternative zu Sparmaßnahmen entstehen?
 
Selbstverständlich! Die AfD ist eine liberale Partei. Sie ist für Subsidiarität statt wie die Euroretter für Zentralisierung. Sie für Wettbewerb, statt wie die Euroretter für Harmoniesierung Und sie ist für die Selbstverantwortung für die Staatsschulden eines Landes und gegen die Sozialisierung der Staatsschulden.

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